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12. September 2017 "Radverkehr für Umsteiger"

Fachvortrag von Thiemo Graf im Haus Löwenstein vom 6. September 2017

Auf Initiative von Jan van den Hurk fand am vergangenen Mittwoch in Kooperation mit dem Beng e.V., dem Förderverein Aachen Fenster, der Aachener Stiftung Kathy Beys und dem ADFC Aachen ein Vortrag zum Thema Radverkehr in Aachen statt.

„Radverkehr für Umsteiger“ lautete der Titel des Fachvortrags von Thiemo Graf (Institut für Innovative Städte), der vor über 50 Interessierten im Haus Löwenstein die Zusammenhänge zwischen den Bedürfnissen der Radnutzer und den Anforderungen an die Aachener Radinfrastruktur aufzeigte.

Warum fahren so viele Aachener täglich mit dem Auto?
Und warum ist der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen in der Stadt Aachen seit über 20 Jahren nahezu gleich geblieben (1990: 10 %, 2011: 11 %) -  in niederländischen oder dänischen Städten jedoch auffallend hoch (Utrecht: 60 %)?
→ Es ist bequem!

Einfach. Sicher. Komfortabel. - Das sind die Schlagworte für eine attraktive Fahrradinfrastruktur
Was können wir in Aachen tun, um den Anteil des Radverkehrs zu erhöhen und das Radfahren für potentielle Nutzer attraktiver zu machen?

Die Radinfrastruktur muss einfach und auffällig gestaltet sein. Jeder Verkehrsteilnehmer muss unmittelbar erkennen können, wo der eigene Weg verläuft. Radwege sollten so gestaltet sein, dass sie auch vom Autofahrer gut wahrnehmbar sind und einladend als eigene Alternative empfunden werden. Anders als in Dänemark oder den Niederlanden fehlen Bilder, wie Radinfrastruktur aussehen kann: Jeder kann aus dem Kopf heraus eine Autobahn zeichnen - aber einen Radweg?

Sicherheitsgefühl entsteht im Bauch - nicht im Kopf
Subjektive Empfindungen dürfen zudem nicht ausser Acht gelassen werden. Fahrradstreifen sind technisch zwar meist regelkonform umgesetzt, für das persönliche Sicherheitsempfinden des Radfahrers sind sie im vorherrschenden Mischverkehr jedoch oft zu schmal.

In einen Bereich unter 120 cm lassen wir eigentlich nur Personen, die uns nahe stehen – viele Radwege sind jedoch so angelegt, dass der Autoverkehr in die persönliche Distanzzone des Radfahrers fährt bzw. fahren muss. Dadurch entsteht Stress – Komfort ist nicht vorhanden und erschwert den Umstieg auf Rad.

Letztendlich geht es hierbei auch um eine Umverteilung von Platz: weniger Parkstreifen in der direkten Innenstadt böten mehr Platz für - auch gefühlt - sichere Radwege.

Dabei wären ca 66 % der Verkehrsteilnehmer durchaus interessiert, den Umstieg auf das Fahrrad zu wagen.

Warum fahren die Deutschen Fahrrad?
Während wir Deutschen als Gründe für die Nutzung des Fahrrads Umweltschutz, Gesundheit und Kosteneinsparung nennen, fahren Niederländer und Dänen vor allem, weil es einfach und schnell ist und Spass macht. 

Der Vortrag von Thiemo Graf sowie die Einleitung zum Vortrag gibt es bei Jan van den Hurk als Download zum Nachlesen.


Auch bei unserAC sind zahlreiche Einträge zum Radverkehr zu finden.

Initiativen + Vereine:


Ratsinfosystem:


Alles zum Thema "Radverkehr" auf unserAC.de


Verkehrsmittelnutzung in Aachen
Distanzzonen nach Edward T. Hall


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