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Projekt: Urbanes Wohnen mit Kindern


Letzte Beratung
Dienstag, 09. April 2024 (öffentlich)
Federführend
FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
Originaldokument
http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=28487

Beschlussvorschlag:

Der Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zum Projekt „Urbanes Wohnen mit Kindern“ zur Kenntnis.


 

 

Erläuterungen:


Im Handlungskonzept Wohnen wurde bereits mit einem Gastbeitrag des Deutschen Instituts für Urbanistik auf die Bedeutung von Kindern in der Stadt- und Quartiersentwicklung eingegangen. Das unter „Familie“ zusammengefasste Lebensmodell unterliegt seit vielen Jahren einem beständigen gesellschaftlichen Wandel. Hohe Scheidungsquoten, eine Zunahme von alleinerziehenden Familienkonstellationen oder Patchworkfamilien sind nur einige Stichpunkte. Gerade in Großstädten treffen die Vielfalt von familiären Lebensmodellen auf angespannte Wohnungsmärkte mit vielen Nachfragegruppen, die teils um denselben Wohnraum konkurrieren. Deutschlandweit beschäftigen sich viele Kommunen daher derzeit auch mit der Frage wie urbanisierte Räume eine lebenswerte Wohnumgebung für Familien mit Kindern bleiben oder werden können und wie man deren Bedarfslagen sichern kann. Kinder bilden ein wichtiges Fundament der Stadtgesellschaft, sichern die Lebendigkeit und Fortentwicklung einer Stadt über Generationen hinweg, beleben urbane Räume und tragen langfristig zu einer nachhaltigen, zukunftsorientierten Stadtentwicklung bei.

Wohnen mit Kindern hat auch immer schon in verdichteten Räumen und urbanen Strukturen stattgefunden. Gleichwohl standen und stehen Stadtkern und Stadtrand bzw. an Stadt angrenzenden Räume oft im Wettstreit um den Zuzug von Familien. Gleichzeitig gibt es innerhalb der Zielgruppe „Familien“ die verschiedensten soziökonomischen Rahmenbedingungen, so dass Handlungs- und Wahlmöglichkeiten beim Wohnen stark einschränkt sein können (z.B. Möglichkeit zum Erwerb von Eigentum). Oft decken die Angebotsstrukturen der Wohnungsmärkte diese Bedarfe, z.B. an Mietobjekten in Form von Mehrzimmerwohnungen, nicht ausreichend ab. Im Zuge der Fachtagung zum regionalen und euregionalen Wohnen 2022 wurde die Frage identifiziert, wie sich „Stadt“ und „Land“ im Raum Aachen als Wohnstandorte für Haushalte mit Kindern positionieren – und auch profilieren können. In ländlich geprägten Räumen werben Kommunen mit Einfamilienhäusern als dem Wohnort für Haushalte mit Kindern. Was heißt das für eine Großstadt wie Aachen– wird die Stadt dadurch zum "Un-Ort" für Familien? Oder braucht urbanes Wohnen mit Kindern ein anderes, zielgerichtetes Profil, das andere Vorzüge für Wohnen mit Kindern aufweisen kann und ein bewusstes Element in der Wohnbauentwicklung wird um insgesamt eine attraktive Stadt zu bleiben? Parallel zu dieser Diskussion, die in dem hier beschriebenen Projekt im Fokus steht, wird daneben im euregionalen Prozess der Austausch darüber angestoßen wie im ländlichen Raum das Wohnungsangebote für Familien diversifiziert werden können.

Ausgehend von den benannten Fragestellungen wurde seitens des Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration 2023 ein Projektauftrag an die Beratungsfirma RegioKontext GmbH gegeben. Das von Arndt von Bodelschwingh gegründete Unternehmen hat umfangreiche Expertise in der Durchführung von Forschungsprojekten und Gutachten im Bereich Wohnungsmärkte, Stadtentwicklung und Wohnraumförderung und ist seit mehr als 10 Jahren ständiges Mitglied des „Bundesarbeitskreises Wohnungsmarktbeobachtung“, dem halbjährlich tagenden Fachnetzwerk der Bundesländer.

  1. Zielsetzung des Projektes

Ziel des Vorhabens ist es, ein Leitbild zum zeitgemäßen Wohnen mit Kindern in Aachen zu entwickeln. Dies dient nach außen „für die Stadtgesellschaft“ der Profilschärfung Aachens als Wohnstandort für Haushalte mit Kindern, dem Sichtbarmachen von unterschiedlichen Lebens- und Familienmodellen und dem entsprechenden Wohnen. Eine kindgerechte Stadt gilt als lebenswerte Stadt und kann sich auch als positiver Standortfaktor auf die Fachkräftegewinnung auswirken, bzw. die Abwanderung von Fachkräften verhindern.

Nach innen für die Verwaltung und die Nutzung in der Stadtentwicklung soll eine Grundlage für künftige Planungen geschaffen werden, die als Informationsbasis für Entscheidungen hinsichtlich der Unterstützung des Wohnens mit Kindern und sowie der gezielten Bestandsentwicklung dient. Dies herauszuarbeiten soll auch für die perspektivische Entwicklung einiger innerstädtischer Räume als urbanem Wohnort für Familien eine wichtige Basis bilden. Dabei erarbeitet die Beauftragte mittels fundierter Datenbetrachtung, Bedarfsermittlung und Befragung von Haushalten mit Kindern eine faktenbasierte Grundlage aus.

  1. Vorgehensweise

In 14 % der Aachener Haushalte leben Kinder. Diese Haushalte sind wesentlich vielfältiger als die klassische Vorstellung „Vater-Mutter-Kind(-er)“, und haben ebenso vielfältige Vorstellungen zu Wohnformen und Wohnbedarfen. In einer ersten Analyse wird mittels statistischer Datenauswertungen und Studien untersucht wie genau diese Haushalte aussehen. Welche qualitativen und quantitativen Merkmale zeichnen sie aus? Welche „Familien-Typen“ gibt es und welche Wohnbedarfe lassen sich auf Basis ihrer Haushaltsstrukturen oder sozioökonomischer Merkmale ableiten? Basierend auf den Analyseergebnisse werden entsprechende Steckbriefe erarbeitet, die mit ihrer Differenzierung eine wichtige Grundlage für die Entwicklung zukünftige Wohnbauvorhaben für das Wohnen mit Kindern darstellen. Gleichzeitig bilden sie eine Basis für die Profilschärfung Aachens als Wohnstandort für Haushalte mit Kindern.

Aufbauend auf den Analyseergebnissen werden im Mai 2024 qualitative Interviews mit verschiedensten Haushalten mit Kindern durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen dabei folgende Fragestellungen: Welche Ansprüche stellen Haushalte mit Kindern an ihren Wohnraum und ihr Wohnumfeld? Wie erleben sie Wohnen mit Kindern in der Stadt? Was ist positiv am Wohnen mit Kindern in einem urbanen Raum? Welche negativen Faktoren werden erlebt? Wie gestaltet sich die Wohnraumsuche?

Die Ergebnisse aller Analysen werden auch im Kontext des Aachener Wohnungsmarktes und seiner Angebotsstrukturen beleuchtet. Hierzu erfolgt u.a. ein Abgleich mit Value-Daten, d.h. Angebotsdaten z.B. differenziert nach Wohnraumangeboten mit Zimmerzahlen, Miethöhen/Eigentumspreisen und anderen Indikatoren.

Abschließend werden die Ergebnisse in einem Gesamtkontext beleuchtet. Was bedeutet dies für die Stadtentwicklung der Zukunft – wie kann Familienwohnen in einem urbanen, verdichteten Raum im Hinblick auf eine Wohnraumentwicklung gestärkt werden? Wie kann ein Profil Aachens, auch mit Unterschieden zum ländlichen Raum, als lebenswerter Wohnort für Familien geschärft werden und durch welche positiven Merkmale zeichnet sich das urbane, großstädtische Familienwohnen aus?

Der Prozesszeitschiene sieht vor, dass im April 2024 eine verwaltungsinterne, fachbereichsübergreifende Arbeitsgruppe die ersten Analyseergebnisse und Steckbriefe diskutiert. Anschließend folgt im Mai die Durchführung der qualitativen Interviews. Nach der Sommerpause und der Analyse der Interviews ist ein Workshop mit Politik geplant, bei dem auf Basis der Steckbriefe und Interviewergebnissen das Thema vor dem Hintergrund der Wohnraumentwicklung diskutiert werden soll. Gemeinsam soll auch das Aachener Profil als Wohnstandort mit Kindern erarbeitet werden das künftig einen Beitrag zur Stärkung Aachens als Wohnstandort für Familien leisten soll. Für Januar 2025 ist der Abschluss des Projektes mit einer Ergebnispräsentation geplant.

 

 

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

x

Investive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

20xx

Fortgeschriebener Ansatz 20xx

Ansatz 20xx ff.

Fortgeschriebener Ansatz 20xx ff.

Folge-kosten (alt)

Folge-kosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

0

0

0

0

0

0

Abschreibungen

0

0

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

0

0

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden


Klimarelevanz

Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die

Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)

Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:

gering

mittel

groß

nicht ermittelbar

x

Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Größenordnung der Effekte

Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.

Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:

vollständig

überwiegend (50% - 99%)

teilweise (1% - 49 %)

nicht

x

nicht bekannt


Anlagen können jeweils im Originaldokument eingesehen werden.

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