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Abriss des Ärztehauses in Roetgen

Heimat- und Geschichtsverein Roetgen

Eine Initiative des Vereins Heimat- und Geschichtsverein Roetgen

Kategorie
Stadtentwicklung
Bürgerbeteiligung + Demokratie
Start
15.05.2014
Aktualisiert
04.06.2018

Die Initiative ist beendet

Mit folgendem Ergebnis

Nun ist es bereits mehr als ein Jahr her, dass diese alte Gründerzeitvilla in Roetgen abgerissen wurde. Inzwischen haben sich die Fronten geklärt, und wir wissen, wer 2014 diese Schandtat in die Wege geleitet hat. Wir werden das nicht vergessen und dieses Beispiel von Geschichtsvergessenheit und Profitsucht in unseren Annalen für die Nachkommen als Mahnung an die aktiv handelnden Personen in der Gemeinde Roetgen festhalten.

Obwohl diese Aktion vordergründig für uns als Bürger der Gemeinde Roetgen eine  krachende Niederlage war - gegen jede Vernunft wurde ein ortsbildprägendes und erinnerungsbildendes Gebäude einfach entfernt -, so ist unsere Aktion doch nicht spurlos vorübergegangen. In Roetgen entbrannte eine noch anhaltende Diskussion über ortsbildtypische, ortsbildprägende und  erinnerungsbildende Bauwerke. Auch wenn es nach wie vor schwer ist, bedrohte historische Bausubstanz zu retten, so ist doch die neue Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und eine Zusammenarbeit der Gemeinde mit dem Institut für Städtebau der RWTH ein direktes Verdienst der HeuGeVe-Aktivitäten. Wir werden auch in Zukunft versuchen, hier Einfluss zu nehmen; denn nicht zuletzt die Einwohner von Roetgen, unsere Mitglieder, haben ein Interesse daran, dass der Ort nicht zu einer Vorstadt von Aachen verkommt. Es ist nicht akzeptabel, wenn man versucht, jegliche Verbesserung, wie z.B. eine Erhaltungssatzung, von vorneherein auszuschließen. Es ist sicher nicht möglich, jedes alte Haus in Roetgen zu erhalten, aber wir wollen die Eigentümer ermuntern, Maßnahmen zu ergreifen, möglichst viel Bausubstanz zu retten und durch passende Neubauten zu ergänzen. Wie Beispiele zeigen, gibt es eine Reihe alter und junger Leute im Ort, die historische Häuser erwerben und in erhaltender Weise für ihre Zwecke umbauen. Diese Bauherrn zu fördern, das soll unser Anliegen sein. Wir wollen darüber hinaus die Abschreibungsmöglichkeit, die das Denkmalschutzgesetz bietet, besser bekannt machen und so vielleicht das eine oder andere Haus unter Denkmalschutz bekommen.

Schließlich sind wir gespannt, ob es der Raiffeisenbank - dem Bauherrn an der Bundesstraße 34 - gelingt, vergessen zu machen, was sie vor gut einem Jahr in Roetgen angerichtet hat.

 

 


Worum geht's?

Siehe Link:

www.aachener-nachrichten.de/lokales/eifel/roetgen/kritik-am-geplanten-abriss-des-arztehauses-1.823560

Das alte Roetgener Ärztehaus auf der Bundesstraße 34 wurde an einen Investor verkauft und soll nun abgerissen werden. Jeder, der durch Roetgen hindurchfährt, kennt dieses Haus; es ist das charakteristische Fachwerkgebäude mit Türmchen, das nun seit fast 115 Jahren das Ortsbild von Roetgen mitgeprägt hat. Als es um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jh. von einem Arzt gebaut wurde, war es ein Juwel, das sich deutlich von den einfachen Häusern der Roetgener Handwerker und Bauern abhob. Die Häuser der Roetgener Bewohner haben sich zwar im Laufe eines Jh. deutlich gewandelt, aber dieses Haus ist immer noch etwas besonderes. Nun soll es abgerissen werden, unter anderem auch deshalb, weil die "städtebauliche Einbindung" (mit Aldi und Netto) nicht gegeben ist.

So jedenfalls argumentiert die "Obere Denkmalschutzbehörde", die auf unseren Antrag hin das Objekt begutachtete. Unsere Bitte an die "Untere Denkmalschutzbehörde" das Gebäude auf die Denkmalliste der Gemeinde Roetgen setzen zu lassen, wurde mit weiteren fadenscheinigen Argumenten abgelehnt. Folgerichtig wurde dann von der Baubehörde der Städteregion Aachen die Abrissgenehmigung erteilt - eine wahrhaft demokratische Prozedur!

Die Roetgener Bevölkerung ist empört; was sich hoffentlich bei der Kommunalwahl am 25. Mai widerspiegeln wird. Durch solche Aktionen geht die Akzeptanz der Institution Städteregion in Roetgen gegen Null, insbesondere, wenn man den Eindruck hat, dass demokratisch gewählte Vertreter an diesem Entscheidungsprozess nicht beteiligt sind. "Abrissgenehmigungen sind eine innerbehördliche Angelegenheit" war die lapidare Antwort auf unsere Nachfrage.

Der HeuGeVe-Roetgen wird um dieses Haus kämpfen. Auch wenn die Lage z.Z. düster ist, so hoffen wir doch, dass wir wenigstens in Zukunft solche Gräueltaten an der historischen Bausubstanz unseres schönen Dorfes verhindern können.

Wir bitten alle Heimatfreunde um Unterstützung.


Was willst Du erreichen?

Wir wollen natürlich, dass dieses alte Haus nicht abgerissen wird. Dabei würden wir eine gewerbliche Nutzung an dieser Stelle außerordentlich begrüßen. Als repräsentatives Firmengebäude wäre es sicher sehr gut geeignet.

Darüber hinaus wollen wir erreichen, dass die Gemeinde Roetgen eine Denkmalschutzsatzung aufstellt, ihre alten Bauten inventarisiert und eventuell unter Schutz stellt. Dann wäre solchen "Nacht und Nebel" Aktionen, wie oben geschildert, ein Riegel vorgeschoben.


Was hast Du bereits getan?

Als wir erfuhren, was geplant ist, haben wir "Himmel und Hölle" in Bewegung gesetzt, um diese städtebauliche Katastrophe zu verhindern.

Da wir bisher keinen Erfolg hatten, planen wir weitere Aktionen, die wir zur gegebenen Zeit öffentlich machen werden.

Du hast eine Frage oder willst mitmachen?

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S.H.
13.01.2015 16:00 Uhr von S.H. @ Eifelwolf: ja, wirklich schade

Hallo,

ich habe in den 1980er Jahren eine zeitlang in Roetgen gewohnt. Da gab es (auch) noch den alten Bauernhof Bundesstrasse/ Postweg (ich glaube auch Fernmeldeturm). Wenn ich jetzt durch Roetgen fahre (selten) ist es, wie durch einen Gewerbepark zu fahren.

Gruß
sh

Eifelwolf
15.10.2014 13:59 Uhr von Eifelwolf Leider, leider

Nun isses abgerissen.
Das auch der Denkmalschutz keine Gewährleistung für den Erhalt bietet habe ich in Simmerath erlebt.
commons.wikimedia.org/wiki/File:Simmerath_Kammerbruchstra%C3%9Fe_35.jpg
Mir gefiel immer der mit Kieseln gepflasterte Hof. auf dem Grundstück daneben steht jetzt ein beliebiger Neubau. Wenn ichs mir so Betrachte hätte das Haus trotzdem stehen bleiben können.

Jorma Klauss
25.07.2014 14:19 Uhr von Jorma Klauss Denkmalschutz vs. Eigentumsrecht

Zunächst mal darf jeder mit seinem Eigentum anstellen, was er möchte. Da gibt es natürlich Schranken. Eine solche Schranke ist der Denkmalschutz. Wenn aber ein Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht und keine Erhaltungssatzung besteht, ist ein Abriss nicht zu beanstanden. Alles andere wäre ein unzulässiger Eingriff in das Grundrecht auf Eigentum. Da ein Antrag auf Unterschutzstellung offenbar gescheitert war, stellt sich die Frage, ob die Roetgener Bürger eine Erhaltungssatzung wünschen, die auch solche Gebäude schützt, die nicht unter Denkmalschutz gestellt werden können.

In dem Zusammenhang muss man natürlich die Frage beantworten, warum ein Gebäude, das nicht unter Denkmalschutz gestellt werden kann, trotzdem besonders schützenswert ist. Das wäre m. E. nur zu rechtfertigen, wenn bestimmte Ensembles von Gebäuden unter eine Erhaltungssatzung gestellt werden, die in ihrer Gesamtheit wirken. In Aachen ist das z. B. bei den Belgiersiedlungen der Fall. In Roetgen sehe ich solche Gebäudeensembles gar nicht. Und das gesamte Gemeindegebiet wird ja wohl niemand unter eine Erhaltungssatzung stellen wollen.

Außerdem: Wäre ich Eigentümer eines Gebäudes, das potenziell unter eine Erhaltungssatzung fällt, wäre ich nicht sehr begeistert und würde im gegebenem Fall von der Gemeinde Roetgen zurecht erwarten, dass mir der finanzielle Nachteil, der mir dadurch entsteht, ausgeglichen wird.

Eifelwolf
12.11.2014 13:04 Uhr von Eifelwolf Teilschutz

Monschau hat so was, Der Kernort Monschau, also der im Tal gelegen hat so was wie einen Teilschutz (neben den Denkmalgeschützten Häusern), des Fassaden betrifft und selbst das aussehen von Fenstern.
Leider ist es so das Typische Häuser abgerissen werden und durch gesichtslose Bauwerke ersetzt werden. Auch in Roetgen gibt es Bereiche die zumindest teil geschützt werden sollten.

Richard Reinartz
16.05.2014 16:22 Uhr von Richard Reinartz alte "Schiddems Haus" an der Bundestraße

Ich unterstütze diesen Protest gegen den Abriss dieses Hauses.Ich bin ein alteingesessener Bürger von Roetgen und habe was gegen eine Dorfentwicklung, die darauf abzielt jegliche alte Substanz der Häuser in Roetgen zu vernichten. Zu viele alte Bausubstanz wurde in der Vergangenheit in den Boden gestanzt und wurde durch Parkplatzanlagen, eingeebnete Grundstücke oder Neubauten ersetzt, oftmals gegen jede Dringlichkeit.
Daher ist es an der Zeit, dass hier einmal denkmalgeschützt gedacht wird. Ich habe den Eindruck, dass die Denkmalschutzbehörde sich nicht energisch einsetzt, oder sich wie ein zahnloser Tiger darstellt. Zudem ist der Roetgener Rat gut beraten in Sachen Alt-Roetgener Bausubstanz kritischer hinzuschauen und im Vorfeld zu sondieren, was noch zu retten ist.