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Austausch rund um die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge

Hier könnt ihr Eure Hinweise und Fragen rund um das Thema unbegleitete minderjährige Flüchtlinge niederschreiben.

Dabei geht es ausdrücklich nicht um Beschwerden zu Personen in Ämtern oder das Ablassen von Frust, sondern darum, anderen Hinweise zu geben, z.B. an welche Papiere zu denken ist oder Erfahrungen wiederzugeben, die anderen eventuell die Arbeit erleichtern können.

Bei Fragen bemühen wir uns darum, zeitnah Antworten zu geben.

Es wäre schön, wenn ihr bei den Beiträgen auch hinterlasst, für welche Einrichtung, Institution oder welches Projekt ihr tätig seid.


uschi knoch-schöttner
05.10.2018 23:49 Uhr von uschi knoch-schöttner Abschiebung nach togo

Ich bin die Vormundin eines 14-jährigen umF aus Togo, für den ich keinen Asylantrag gestellt habe. Nun will ihn die Ausländerbehörde abschieben. Ist das mög
lich? In dem Schreiben steht, dass auch abgeschoben werden kann, wenn man minderjährig ist. Ich dachte immer, das ist nicht möglich.

Johanna Grotendorst, Café Zuflucht
22.10.2018 09:57 Uhr von Johanna Grotendorst, Café Zuflucht Abschiebung nach Togo

Sehr geehrte Frau Knoch-Schöttner,
Abschiebungen von unbegleiteten Minderjährigen sind nur dann möglich und erlaubt, wenn die Ausländerbehörde schriftlich zugesichert bekommen hat, dass der Jugendliche in Togo durch ein Familienmitglied, einen Personensorgeberechtigten oder eine geeignete Aufnahmeeinrichtung in Empfang genommen und untergebracht wird. Die gesetzliche Grundlage dazu finden Sie in § 58 Abs.1a AufenthG.
Davon ungeachtet kann es sinnvoll sein, einen aufenthaltsrechtlichen Antrag zu stellen. Neben dem Asylantrag gibt es weitere aufenthaltsrechtliche Möglichkeiten, zu denen Sie sich am besten durch eine spezialisierte Beratungsstelle beraten lassen. In Frage kommen etwa die Verfahrensberatung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge des Café Zuflucht in Aachen, des Kölner Flüchtlingsrats in Bonn, oder der Diakonie in Düsseldorf. Weitere Adressen finden Sie im Netzheft NRW, das auf der Seite des Flüchtlingsrats NRW zum Download zur Verfügung steht.
Mit freundlichen Grüßen
Johanna Grotendorst

Rod
17.01.2017 16:41 Uhr von Rod Wie kann ich mich ehrenamtlich für junge Flüchtlinge engagieren?

Bei der Unterstützung von unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen ist zu beachten, dass diese über einen hauptamtlichen Betreuer und einen Vormund verfügen. Nach Absprache mit ebd. können sich Ehrenamtliche sich wie folgt engagieren:
- Unterstützung in Alltagsfragen
- Gemeinsame Freizeitgestaltung
- Nachhilfe/ Sprachförderung
Kurz nach Erreichen der Volljährigkeit fallen die Unterstützung der Jugendlichen seitens Betreuer und Vormund weg, so dass dann (insofern vom Jugendlichen gewünscht) erfahrungsgemäß weitere Schwerpunkte hinzukommen können, allem voran:
- Unterstützung in Schul-, Ausbildungs- und Behördenangelegenheiten
- Begleitung zu Ärzten und Behörden

Um eine Überforderung des ehrenamtlichen Engagements zu vermeiden ist es ratsam, hauptamtliche Hilfe (z.B. Beratungsangebote) in Anspruch zu nehmen und sich mit andren Ehrenamtlichen zu vernetzen.

Rod
17.01.2017 16:40 Uhr von Rod Teilnahme an Klassenfahrten/ Reisen ins Ausland

Ob eine Reise ins Ausland möglich ist, hängt vom Status der Jugendlichen, dem Vorliegen eines Reisepasses und dem jeweiligen Zielland ab. Es sollte sich vorab bei der zuständigen Ausländerbehörde informiert werden, ob die Reise möglich ist.

Quelle: BumF, Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, URL: www.b-umf.de/de/themen/faq

Rod
17.01.2017 16:39 Uhr von Rod Dürfen junge Flüchtlinge ein Praktikum beginnen?

Damit junge Flüchtlinge ein Praktikum beginnen können, müssen sie unter Umständen eine Genehmigung der Ausländerbehörde einholen – dies ist abhängig vom Status, der Aufenthaltsdauer und Art des Praktikums. Schul-Praktika oder Hospitationen sind immer möglich und nicht genehmigungspflichtig.

Quelle: BumF, Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, URL: www.b-umf.de/de/themen/faq

Rod
17.01.2017 16:39 Uhr von Rod Was kann gegen eine falsche Alterseinschätzung getan werden?

Falsche Alterseinschätzungen können durch das Jugendamt oder auch gerichtlich korrigiert werden. Bei einer Schätzung auf über 18 Jahre muss innerhalb eines Monats Klage gegen die Beendigung der Inobhutnahme/Jugendhilfe beim Verwaltungsgericht eingereicht werden. Bei einer fehlerhaften Schätzung innerhalb der Minderjährigkeit kann das Familiengericht eine Datumsberichtigung vornehmen.

Quelle: BumF, Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, URL: www.b-umf.de/de/themen/faq

Rod
17.01.2017 16:38 Uhr von Rod Abschiebung von unbegleiteten Minderjährigen in ihr Herkunftsland

Abschiebungen von unbegleiteten Minderjährigen in ihr Herkunftsland sind in der Regel nicht möglich. Rückführungen sind nur dann erlaubt, wenn Familienmitglieder, Personensorgeberechtigte oder eine geeignete Aufnahmeeinrichtung im Herkunftsland schriftlich zugesichert haben, dass sie den Minderjährigen in Empfang nehmen und unterbringen.

Quelle: BumF, Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, URL: www.b-umf.de/de/themen/faq

Rod
17.01.2017 16:38 Uhr von Rod Abschiebung von unbegleiteten Minderjährigen in einen anderen europäischen Mitgliedsstaat

Welcher europäische Mitgliedstaat für die Durchführung des Asylverfahrens von unbegleiteten Minderjährigen zuständig ist, orientiert sich ausschließlich an dem Wohl des Minderjährigen. Fehlt es an Verwandten in anderen europäischen Staaten, ist damit das Land zuständig, in dem sich der unbegleitete Minderjährige tatsächlich aufhält und in dem er zuletzt einen offiziellen Asylantrag gestellt hat.

Quelle: BumF, Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, URL: www.b-umf.de/de/themen/faq

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