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Bereitstellung kostenloser Damen-Hygieneartikel (Modellprojekt), Ratsantrag
Fraktion Die Zukunft vom 06.01.2021


Letzte Beratung
Donnerstag, 09. Februar 2023 (öffentlich)
Federführend
FB 56 - Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration
Originaldokument
http://ratsinfo.aachen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=26358

Beschlussvorschlag:

Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und beschließt, vorbehaltlich der Empfehlung durch den Ausschuss für Schule und Weiterbildung, die Verwaltung mit der Umsetzung des Modellprojekts zu beauftragen und die dazu voraussichtlich erforderlichen Mittel in Höhe von 39.300 Euro – vorbehaltlich der Rechtskraft des Haushalts 2023 - bereitzustellen.

Der Ausschuss für Schule und Weiterbildung nimmt die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und beschließt die Verwaltung mit der Umsetzung des Modellprojekts zu beauftragen und die dazu voraussichtlich erforderlichen Mittel in Höhe von 39.300 Euro – vorbehaltlich der Rechtskraft des Haushalts 2023 - bereitzustellen.


 

 

Erläuterungen:

Der Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie hat in seiner Sitzung vom 23.06.2022 die Ausführungen der Verwaltung zur Bereitstellung kostenloser Damen-Hygieneartikel zur Kenntnis genommen und beschlossen, die Verwaltung mit der Ausarbeitung eines einjährigen Modellprojekts zu beauftragen. Dessen Ziel soll es sein, zunächst die öffentlich zugänglichen Toiletten in den publikumsintensiven Verwaltungsgebäuden Hackländerstraße und Johannes-Paul-II.-Straße sowie eine weiterführende Schule mit entsprechenden Spenderautoamten auszustatten. Das Projekt soll begleitend evaluiert werden. Dabei soll das Verbrauchsverhalten dokumentiert und eine qualitative Befragung in der beteiligten Schule unter den Nutzer*innen durchgeführt werden.

Das einjährige Modellprojekt samt aller anfallenden Kosten sollen gemäß Beschluss bis Ende des Jahres 2022 durch den Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration gemeinsam mit dem Fachbereich Kinder, Jugend und Schule und dem Gebäudemanagement konkretisiert ausgearbeitet und dem Ausschuss zur Entscheidung vorlegt werden. Mit dem Beschluss wird auch auf den Ratsantrag der Fraktion ‚Die Zukunft‘ reagiert, die am 06.01.2021 an die Verwaltung mit dem Wunsch einer Konzepterstellung für einen angemessenen sowie freien und einfachen Zugang zu Menstruationsprodukten herangetreten war (RA 038/18).

Die hier vorgelegte Vorlage fasst nun die Ergebnisse der Ausarbeitungen konzeptionell zusammen.

1. Art der Ausstattung und Auffüllservice

Für die Bereitstellung kostenfreier Hygieneartikel gibt es mittlerweile erprobte Spendersysteme. Gute Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass die Artikel hygienisch und einzeln entnommen werden können, die Befüllung einfach und mittels Schlüsselzugang erfolgen kann und die Spender mittels Wandaufhängungen flexibel an passenden Wänden angebracht werden können. Idealerweise sind die Oberflächen der Systeme aus Edelstahl und damit gut zu reinigen und auch vergleichsweise vandalismussicher und hygienisch.

Am Markt gibt es verschiedene solcher Anbietersysteme. Die zu erwartenden Anschaffungskosten liegen bei rund 170 Euro (netto) pro Spender (Leerzustand). Zusätzlich zu diesen Kosten entstehen Kosten für die Befülleinheiten und den Service der Wiederauffüllung. Dies wird unter Punkt 3 Gesamtkosten weiter ausgeführt.

2. Ausstattungsorte

Die Stadt Aachen würde das Modellprojekt gerne ausweiten. In einem ersten Schritt würden demnach, wie im Beschluss formuliert, die öffentlich zugänglichen Toiletten der Verwaltungsgebäude Hackländerstraße und Katschhof (Johannes-Paul-II.-Straße) ausgestattet werden. Ergänzend würden auch im Verwaltungsgebäude in der Mozartstraße Spendersysteme angebracht werden. Insgesamt handelt es sich dabei um 19 öffentliche zugängliche Damentoiletten und Toiletten für behinderte Menschen.

Zusätzlich zu den Verwaltungsgebäuden war ursprünglich angedacht, eine Gesamtschule auszustatten. Empfohlen wird seitens der Verwaltung das Projekt bereits in der Pilotphase auf alle Gesamtschulen auszuweiten. In der Summe handelt es sich dabei um 51 Toiletten. Mit dieser Ausweitung können direkt in der ersten Phase deutlich mehr Nutzer*innen erreicht werden und damit auch belastbarere Aussagen zu Nutzungsbedarfen und qualitativen Erfahrungswerten im Rahmen der angedachten Evaluation generiert werden. Dies erleichtert spätere Einschätzungen (u.a. auch der Kosten), falls man das Modell im zweiten Schritt z. B. auf alle weiterführenden Schulen ausweiten wollen würde.

3. Gesamtkosten

Zusammenfassend ergeben sich aus den oben genannten Rahmenbedingungen, dass 70 Spendersysteme angeschafft werden müssten. Die kalkulierten Gesamtkosten belaufen sich zunächst auf 49.855 Euro. Diese setzen sich zusammen aus:

Investive Mittel

Anschaffungskosten für die Spendersystem: 14.200 Euro brutto

Konsumtive Mittel

Verbrauchsmaterial: 20.825 Euro brutto

Verrichtung des Auffüllens: 630 Euro brutto

Abschreibung als Folgekosten der Investition: 14.200 Euro

Summe: 35.655 Euro

Bei der Kalkulation des Verbrauchsmaterials handelt es sich um eine Schätzung, die davon ausgeht, dass je Spender drei Vollbefüllungen (Tampons und Binden) pro Jahr verbraucht werden. Der Service des Auffüllens wird durch die Reinigungskräfte erfolgen, die bereits jetzt Seife, Handtücher etc. auffüllen. Hier ist mit einem Kostenvolumen in Höhe von insgesamt 630 Euro pro Jahr zu rechnen

(3 x Auffüllen à 3 Euro x 70 Spender).

Die tatsächlichen Kosten für das Gesamtprojekt sind abhängig vom Ergebnis der Vergabe und vom tatsächlichen Verbrauch. Dabei ist zu beachten, dass bei den oben zu Grunde gelegten Preisen noch keinerlei zwischenzeitlichen Preissteigerungen enthalten sind. Bis zur Durchführung des notwendigen Vergabeverfahrens ist mit weiteren Steigerungen zu rechnen. Um eine möglichst ausreichende Finanzierung des Modellprojekts zu gewährleisten, wird eine Kostensteigerung in Höhe von 10 % berücksichtigt, sodass sich ein erhöhter Betrag von insgesamt 55.000 Euro ergibt (investiv 15.700 Euro, konsumtiv 39.300 Euro).

4. Evaluation

Das Projekt wird im Verlauf evaluiert. Einerseits werden Verbrauchsdaten erfasst, um realistische Kostenbewertungen für die Zukunft treffen zu können. Gleichzeitig sollen die Nutzer*innen an den Schulen qualitativ befragt werden. Erfahrungswerte, Bedeutung der Spender im Alltag und Anregungen für die Zukunft werden dabei abgefragt und anschließend in einer entsprechenden Dokumentation aufbereitet. Die Befragung in den Schulen wird von der Sozialplanung der Stadt Aachen gemeinsam mit dem Fachbereich Kinder, Jugend und Schule entwickelt und umgesetzt.

Vor Ablauf des Projekts und nach Fertigstellung der qualitativen Evaluation wird dem Ausschuss zusammenfassend über den Projektverlauf berichtet und ein Vorschlag zum weiteren Vorgehen zur Entscheidung vorgelegt.


 

 

Finanzielle Auswirkungen

JA

NEIN

x

Investive Auswirkungen

Ansatz

2023

Fortgeschriebener Ansatz 2023

Ansatz 2024 ff.

Fortgeschriebener Ansatz 2024 ff.

Gesamt­bedarf (alt)

Gesamt­bedarf (neu)

Einzahlungen

0

0

0

0

0

0

Auszahlungen

0

15.700

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

- 15.700

0

keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden

konsumtive Auswirkungen

Ansatz

2023

Fortgeschriebener Ansatz 2023

Ansatz 2024 ff.

Fortgeschriebener Ansatz 2024 ff.

Folgekosten (alt)

Folgekosten (neu)

Ertrag

0

0

0

0

0

0

Personal-/

Sachaufwand

0

23.600

0

0

0

0

Abschreibungen

0

15.700

0

0

0

0

Ergebnis

0

0

0

0

0

0

+ Verbesserung /

- Verschlechterung

- 39.300

0

keine ausreichende Deckung vorhanden

Deckung ist gegeben/ keine ausreichende Deckung vorhanden


Klimarelevanz

Bedeutung der Maßnahme für den Klimaschutz/Bedeutung der Maßnahme für die

Klimafolgenanpassung (in den freien Feldern ankreuzen)

Zur Relevanz der Maßnahme für den Klimaschutz

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Der Effekt auf die CO2-Emissionen ist:

gering

mittel

groß

nicht ermittelbar

x

Zur Relevanz der Maßnahme für die Klimafolgenanpassung

Die Maßnahme hat folgende Relevanz:

keine

positiv

negativ

nicht eindeutig

x

Größenordnung der Effekte

Wenn quantitative Auswirkungen ermittelbar sind, sind die Felder entsprechend anzukreuzen.

Die CO2-Einsparung durch die Maßnahme ist (bei positiven Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 t bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Die Erhöhung der CO2-Emissionen durch die Maßnahme ist (bei negativen Maßnahmen):

gering

unter 80 t / Jahr (0,1% des jährl. Einsparziels)

mittel

80 bis ca. 770 t / Jahr (0,1% bis 1% des jährl. Einsparziels)

groß

mehr als 770 t / Jahr (über 1% des jährl. Einsparziels)

Eine Kompensation der zusätzlich entstehenden CO2-Emissionen erfolgt:

vollständig

überwiegend (50% - 99%)

teilweise (1% - 49 %)

nicht

nicht bekannt

 

 

Anlage:

Ratsantrag Fraktion Die Zukunft vom 06.01.2021



Anlagen können jeweils im Originaldokument eingesehen werden.

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Weitere zu dieser Vorlage gefundene Ortsangaben

  • Markt
  • Katschhof
  • Hackländerstraße
  • Mozartstraße
  • Johannes-Paul-II.-Straße

Beratungsfolge

Donnerstag, 09. Februar 2023Sitzung des Ausschusses für Schule und Weiterbildung

Art
Anhörung/Empfehlung
Ausschuß
Ausschuss für Schule und Weiterbildung

Donnerstag, 19. Januar 2023Sitzung des Ausschusses für Soziales, Integration und Demographie

Art
Entscheidung
Ausschuß
Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie
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